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Die Umsetzung der Retrofit-Maßnahme für die Steuerung der Sandaufbereitung in der holländischen Aluminium Gieterij Oldenzaal in Oldenzaal

In den Gesprächen über den Erneuerungsumfang wurde die gesamte vorhandene elektrische Ausrüstung auf den Prüfstand gestellt. „Wir wollten einen großen Schritt nach vorne machen, weil das, was mal ausreichte, heute nicht mehr gut ist.“ erläuterte Dennis Eekers, CEO bei der holländischen Aluminium Gieterij Oldenzaal in Oldenzaal, nicht weit von der deutschen Grenze bei Rheine, das Motiv für die Investition. „Keine Störungen und keinen Stillstand mehr, bessere Sandqualität und weniger Ausschuss, sowie vielmehr Transparenz in den Abläufen und Energie sparen“

Der Anfang für das neue Steuerungspaket Sandplant_control war eine neue SPS, denn die noch im Einsatz Befindliche war vom Hersteller schon längst abgekündigt. Es wurde auch ein neuer Schaltschrank vorgesehen, da ca. 30 Jahre alte Schütze eine hohe Ausfallwahrscheinlichkeit haben. Gleichzeitig wurde die Handbedienung komplett erneuert, da die vormals übliche zentrale Handbedienung nicht mehr der aktuellen Sicherheitsphilosophie entspricht. Dezentrale Bedienkästen mit direkter Sicht auf die zu bedienenden Aggregate habe die Sicherheit deutlich erhöht. Ein spezielles Sicherungskonzept verhindert zudem, dass zentral die Automatik eingeschaltet werden kann, wenn die Handbedienung dezentral eingeschaltet ist.

Die zentrale Handbedienung wurde durch Vor-Ort-Bedienkästen ersetzt. Es können nur noch in Sichtweite die Aggregate bedient werden.

Kern der Modernisierung und Qualitätsverbesserung ist eine Messtechnik auf dem neuesten Stand der Technik. Die beiden Waagen wurden mit neuer Elektronik ausgestattet, um somit genauer zu dosieren. Nachlaufoptimierung und automatisches Tarieren sowie eine hohe Auflösung in der analog-digitalen Wertewandlung sind die wichtigen Features für eine verbesserte Dosiertechnik, gerade bei einer Bindemittelwaage, die Mengen um die 300 bis 400 g verwiegen soll.

Die Waagen-Elektronik ist Teil des gesamten SPS-netzwerkes und wird direkt über das SPS-Programm angesprochen.

„Wir haben jetzt viel mehr Daten, die uns bei den Analysen helfen und uns die gewünschte Transparenz geben.“ Ein umfangreiches Chargenprotokoll dokumentiert die Vielzahl der Messwerte und ein spezielles Auswerteprotokoll hilft bei der Analyse. Mit den Methoden der statistischen Prozesskontrolle kann detailliert der Prozess analysiert und dann auch bewertet werden.

Sämtliche relevanten Messwerte, Zwischenrechnungen, Menüwerte werden im Chargenprotokoll dokumentiert.

 

Aus dem großen Datenumfang aus dem Chargenprotokoll, gespeichert in einer Datenbank für ein Jahr, werden die Auswertungen ausgeführt. Mit dem achtkanäligen Multidiagramm können 8 frei ausgewählte Kanäle parallel angezeigt werden.

Kurve Verdichtbarkeit

Mit dem Programm EVA (Event Analyse) werden alle im Archiv befindlichen Störmeldungen ausgewertet. Hierbei geht es in erster Linie um Stördauer und -zahl. Diese Angaben helfen bei der Entscheidung für die Instandhaltung, welches Problem prioritär angegangen werden muss.

Darstellung, wie oft und wie lange in Summe welches Aggregat in Störung war.

Darstellung, wie oft und wie lange in Summe welches Aggregat in Störung war.

Bau des neuen Schaltschrankes im eigenen Haus.

Die Weiternutzung des bald 30 Jahre alten Schaltschrankes wurde letztendlich verworfen, weil die Ausfallwahrscheinlichkeit über die Jahre recht hoch war und auch der Dokumentationsstand Lücken aufwies.

„Natürlich haben wir gegrübelt, ob wir uns für eine kleine oder große Lösung entscheiden. Wir haben uns für die Zuversicht entschieden – weil es nach der Krise wieder aufwärts geht und dann wollen wir ohne Handicap die Aufträge abarbeiten.“

Energie-Effizienz

Anfangs hielten die Verantwortlichen eine Energie-Effizienz-Kontrolle, die bei Leerlauf die Sandaufbereitung automatisch runterfährt nicht für notwendig.  Aber nach einem Referenzbesuch änderte sich die Meinung, weil dann auch zu Hause gesehen wurde, wie selbst bei absehbarem längerem Leerlauf die Anlage händisch nicht gestoppt wurde. In der Pause lief die Anlage durch. Nun schaltet sich die Anlage automatisch ab und es wird Energie gespart. Über einen Energiezähler wird der Verbrauch erfasst und später zur Sandproduktion in einer Kennzifferberechnung verarbeitet – kWh / 1 t Formsand.

Stundenweise Darstellung der Sandmenge, Energieverbrauch und die Kennziffer kWh/t Formsand.

Informationen über unser Retrofit finden Sie hier.
Informationen über die Firma Aluminium Gieterij Oldenzaal finden Sie hier.

Zwei junge Auszubildende beginnen ihre Lehre bei datec

Justin Akköse (li) und Jannik Eckert (re) haben mit Beginn des Ausbildungsjahres im August 2020 ihre dreieinhalb jährige Ausbildung als Elektroniker für Automatisierungstechnik gestartet. „Wir wollen unsere gesellschaftliche Verantwortung auch in schwierigen Zeiten wahrnehmen.“ begründet Christian Ebert, Geschäftsführer der datec und für das Personalwesen zuständig. „Wir bilden seit über 20 Jahren aus und haben immer sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Bevor sich datec der Verantwortung der Lehrlingsausbildung annahm, musste die Erfahrung gemacht werden, dass die Suche nach fertig Ausgebildeten auf dem Personalmarkt überhaupt nicht einfach ist. Es fehlten immer wieder die typischen anwendungsorientierten Kenntnisse. Über die IHK wurde Tobias Herrwerth als langjähriger Ausbilder qualifiziert: „Wir brauchen ganz einfach Nachwuchs und den bilden wir auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten aus.“ umreißt er seine Aufgabe. „Für uns sind junge Menschen dynamische Ideengeber, die mit Schwung was umsetzen wollen. Erst viel später durch schlechte Erfahrungen werden sie vielleicht zum Bedenkenträger und treten auf die Bremse.“
Die Ausbildung bei datec ist umrissen durch die Vorgaben aus den Richtlinien der IHK. „Wir bemühen uns um eine breite Basis. Sie lernen gleich zu Anfang die klassischen Fähigkeiten wie löten und verdrahten aber auch bohren und feilen!“ erläutert Werkstattleiter Martin Kuschel (Fotomitte) die Ausbildungsinhalte bei datec. „Sie werden aber auch frühzeitig eingewiesen, Geräte quasi Prototypen und Schaltschränke zu bauen und lernen natürlich den Umgang mit Messtechnik sowie die Programmierung von SPS-Systemen.“
datec sieht durchaus Perspektiven in der Optimierung der Schüttgüterbearbeitung. Ganz viele Verbesserungen kamen in der Vergangenheit erst durch neue Messtechnik, Regelungstechnik und der intensiven Auseinandersetzung in der Verfahrenstechnik zustande. Der Bedarf ist da, weil in dieser schwierigen Zeit sich nur der Beste durchsetzt und nicht der, der stehen bleibt.